Summer Schools

Summer Schools sind die Gelegenheit schlechthin, um in relativ kurzer Zeit seine Set Dance Fähigkeiten enorm weiter zu entwickeln! Eine wunderbare Kombination von Lernen und praktischer Anwendung. Dabei lernt man so nebenbei Land und Leute relativ hautnah kennen, knüpft Freundschaften zu Iren und lernt viele Gleichgesinnte vom Rest des Globus kennen! Und ob man es glaubt oder nicht, man guckt sich Vieles einfach von den anderen ab, hat genügend Gelegenheit, es auszuprobieren und profitiert von diesem latenten Lerneffekt sehr. Die Daheimgebliebenen werden es beim nächsten Treffen garantiert am Tanzstil bemerken!

Es gibt drei große Summer Schools, die traditionell immer im Juli stattfinden, jeweils eine Woche dauern und in Absprache immer in der gleichen Reihenfolge abgehalten werden. In den Orten herrscht dann eine besondere Stimmung, überall trifft man auf die kunterbunten Anhänger irischen Lebens und Kultur – aus Australien, Japan, Osteuropa, USA, Kanada, dem europäischen Festland etc. – im Supermarkt, auf den Straßen, aber vor allem in den Pubs, aus denen die Musiker in ihren Sessions schon von weitem zu hören sind …

Alle drei Summer Schools bieten die Gelegenheit, Unterricht in Musikinstrumenten, Irischem Gesang und natürlich auch Set Dance und Sean Nos, dem traditionellen Solotanz Irlands, zu nehmen. Von Montag-Freitag gibt es bis mittags die Klassen, zum Mittagessen geht man in Pubs, wo man schon eine Kostprobe des bunten Treibens ganz vieler internationaler Gäste bekommt. Nachmittags macht man Ausflüge oder ruht sich aus.

Abends geht man dann entweder zu spontanen Musik-Sessions wieder in eines der vielen Pubs oder zu offiziellen Vorführungen hochklassiger und talentierter Leute. Für Tänzer steht vor dem Pub-Besuch aber erst einmal das allabendliche Ceili mit Top-Bands auf dem Terminplan … beginnt meist nicht vor 20 Uhr.

Beginnend mit dem ersten Juli-Wochenende: Die “Willie Clancy Summer School” in Miltown Malbay, Co. Clare. Diese Summer School wurde als erste ihrer Art in Irland 1993 eingerichtet; findet 2019 also zum 49. Mal statt. In dieser einen Woche wird Miltown Malbay zum “Mekka” des Set Dance schlechthin. Und ein besonderes Event irischer Kultur, das Irlands bedeutendste Lehrenden aus den Bereichen Musik, Gesang und Tanz sowie Lernende aus aller Welt hautnah zusammenbringt und den Austausch ohne Kontaktscheue ermöglicht. (http://www.scoilsamhraidhwillieclancy.com/index.html).

Der kleine Ort Miltown Malbay mit seinen rund 800 Einwohnern, direkt an Clares Atlantikküste gelegen, verwandelt sich während der Summer School Woche in ein klingendes, tanzendes und ausgelassen feierndes Happening mit tausenden Besuchern. Hier ein Video-Zusammenschnitt der Organisatoren aus 2018, der die Stimmung authentisch vermittelt:

Nach den Workshops am Vormittag – teilweise am Nachmittag – finden abends viele Vorträge und Vorführungen bekannter Künstler statt. Ebenso erhalten Teilnehmer der Workshops die Gelegenheit, auf der Bühne ihr eigenes Lernergebnis der Öffentlichkeit vorzustellen – auch aus dem Bereich Set Dance. So kann man sich, wenn man mag, ganz schnell auf der Bühne wiederfinden 😉 .

Während der Willie Clancy Summer School unterrichten verschiedene Teacher mit jeweils einem spezifischen Angebot an Tänzen, die während der Woche geübt werden. Hier das Angebot 2019 für Tanzkurse, neben Set Dance auch andere Stilrichtungen:

Set Dance:

• Limerick Tumblers Set, Armagh Set, Doire Cholmcille Set, Mellery Lancers Set, Borlin Set with Brooks Academy (aus Dublin; mit mehreren Teachern).

• Ballyvourney Jig Set, Derrada Set, Ballykeale Set, Plain Set, Paris Set, with Mary Clancy and Mary Kate Clancy.

Beginners steps for sets plus some Clare Sets with Paddy Neylon.

Steps and Rhythms of the Clare Sets and Battering with Aidan Vaughan and Betty McCoy.

Solo-Tanz:

Conamara Sean-Nós Dancing with Mick Mulkerrin and Mairéad Casey.

Old-Style Step Dancing with Patrick O’Dea and Noel Devery.

Appalachian Clogging – Step Dancing from the Southern Appalachian Mountains.

Die Organisatoren der Willie Clancy Summer School bieten über das sehr umfangreiche Workshop- und Kulturprogramm hinaus jeden Abend auch Ceilis an, die im sogenannten “Mill Marque” stattfinden, kleinere in der “Quilty Tavern” im Ortsteil Quilty. Hierfür haben Teilnehmer der Summer School vergünstigte Eintrittspreise. Das Mill Marquee ist eine zeltartige, massive Halle, die Platz für mehrere Hundert Tänzer bietet. Diese strömen dann auch zusammen, wenn hier die großen, berühmtesten Ceili Bands Irlands spielen, die Tulla Ceili Band und die Kilfenora Ceili Band. Einmal zu den Tunes dieser Bands zu tanzen, ist wohl der Traum jedes Set Dancers!

Daneben und teilweise zeitlich überlappend, bietet das Armada Hotel im nahegelegenen Spanish Point ein eigenes “Armada Festival of Music & Dancing during Willie Clancy Week” genanntes Programm mit jeweils zwei Ceilis pro Tag, am Nachmittag und am Abend. Aus unserer Erfahrung sind die Ceilis im Armada Hotel immer sehr voll, insbesondere die Abend-Ceilis. Da ist Tanzen auf engstem Raum angesagt. In allen Locations werden übrigens alle Sets komplett ungecalled getanzt 😉 …

Beide Veranstalter agieren unabhängig voneinander, wobei das Armada Hotel Räumlichkeiten für Kurse der Organisatoren der Willie Clancy Summer School zur Verfügung stehen.

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Direkt nach der Willi Clancy Summer School Woche, beginnend mit dem zweiten Juli-Wochenende, startet die “South Sligo Summer School” in Tubbercurry, Co. Sligo (http://www.sssschool.org/).
Diese Summer School ist ähnlich wie in Miltown eine kulturelle Veranstaltung mit irischer Musik, Gesang und Tanz, allerdings in deutlich kleinerem – und damit aber auch – viel ruhigerem Rahmen. Die Atmosphäre hier ist viel privater, man trifft die gleichen Leute immer wieder auch außerhalb der Workshops im Pub, beim Einkaufen oder Spazierengehen.

Nicht wenige Tänzer sind zuerst in Miltown, und gehen anschließend nach Tubbercurry, um den Irland-Urlaub ruhig, aber tanzend ausklingen zu lassen. Wobei das mit der Ruhe eher relativ ist… Denn nach den Vormittagsworkshops geht man erst mal essen, danach geht man einkaufen, ruht sich in der Unterkunft aus oder macht Ausflüge. Der Highlight jeden Tages ist natürlich das abendliche Ceili, das meist um 20.30 Uhr beginnt und nach Mitternacht endet.

Meistens schließt man sich Tänzern auf einen Absacker ins Pub an … und ehe man sich versieht, sind es nach einem oder mehreren Pints 2.00 Uhr oder 3.00 Uhr morgens… Natürlich ist man bald darauf ab 10.00 Uhr wieder (pünktlich) beim Workshop… und so kann es die ganze Woche weitergehen – soweit es die eigene Lust und Kondition zulässt. Soviel zum ruhigen Ausklang in Tubbercurry.

Das Besondere an Tubbercurry sind für uns immer die Workshops gewesen. Sie werden traditionell seit Jahren schon immer von Pat Murphy durchgeführt. Dabei nimmt er die Vorführungen der Demonstration-Sets auf Video auf und schafft damit auf bemerkenswerte Weise ein wertvolles Archiv vorbildlich getanzter Sets. 

Es ist schon bewundernswert, mit welcher Hingabe, Präzision, Leichtigkeit und Ausdauer er seine Workshops gestaltet. Hinzu kommt noch, dass er die Ceilis von Montag bis Freitag abends alle called! Am Samstag nicht mehr, da macht er sich schon wieder auf den Weg nach Drumshanbo, wo er ebenfalls in gleicher Weise unterrichtet… eine weitere Woche lang.

Mit dem dritten Juli-Wochenende startet die “Joe Mooney Summer School” in Drumshanbo, Co. Leitrim, als letzte in der Sequenz der drei Sommer Schools (http://joemooneysummerschool.com/).

Drumshanbo mit seinen rund 900 Einwohnern liegt malerisch am südlichen Ausläufer des Lough Allen in einer sanften Hügellandschaft und lädt geradezu zum Urlauben ein. Das Konzept der Summer School ähnelt dem von Tubbercurry sehr. Auch hier gibt es eine große Auswahl an Workshops zu Musikinstrumenten der traditionellen irischen Musik, dem traditionellen Sean Nos Gesang und zum Set Dance.

Pat Murphy unterrichtet hier von Montag – Freitag jeweils von 9.30 – 13.00 Uhr verschiedenste Sets aus dem reichhaltigen Repertoire seiner fünf Bücher bzw. auch ganz aktuelle, neu komponierte Sets, die in seinem letzten Buch noch nicht enthalten sind. Wie in Tubbercurry, nimmt er auch hier alle Sets seiner Workshops auf Video auf, wodurch sich meist eine andere Auswahl an Sets im Vergleich zu Tubbercurry ergibt.

Während der obligatorischen Pause in den täglichen Workshops kredenzen die Organisatoren in einer nahegelegenen Hauswirtschaftsschule leckeren Imbiss, und man hat Gelegenheit zum regen Austausch mit anderen Workshop-Teilnehmern. So hat jede Summer School seine Besonderheiten, die man schnell schätzen lernt. Aus tänzerischer Sicht gibt es in Drumshanbo ein besonderes Highlight, nämlich das traditionelle Outdoor Ceili am letzten Samstagnachmittag auf der High Street. Auch hier called Pat Murphy, wie an jedem Ceili während der Woche.

Während unseres Aufenthalts ist mir aufgefallen, dass eine Reihe von Set Dancern aus Tubbercurry erneut an Pat Murphys Workshops teilnehmen – meist aus dem Ausland. Da der Anteil irischer Set Dancer, der an Workshops teilnimmt, meistens verhältnismäßig gering ist, ergibt sich auch in den Workshops in Drumshanbo ein internationale Flair.
Auf den Ceilis wiederum, überwiegen nach meinem Eindruck Tänzer aus dem weiteren regionalen Umfeld, weniger aus weiter entfernten Gegenden Irlands. Aber das macht es für uns umso interessanter, weil man dadurch mit meist recht erfahrenen regionalen Tänzern zusammenkommt, von denen man sich von ihrem Tanzstil vieles abgucken kann.

Außerhalb der Workshops hat man Gelegenheit, die landschaftlich reizvolle Umgebung kennenzulernen, den zahlreichen Sessions in Pubs oder Vorträgen zuzuhören, Konzerte zu besuchen und natürlich am Abend-Ceili mitzutanzen.
Auch hier spielen sehr bekannte, hochklassige Ceili Bands, meist andere als in Tubbercurry, wie Swallow’s Tail, Rise the Dust, Salamanca Ceili Band, Long Notes, Five Counties, Glenside (2018); einige davon werden regelmäßig jedes Jahr eingeladen.

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