Belfast TradFest & Fleadh 2026

Belfast ist eine Reise wert!

Den Horizont erweitern. Wer an Irische Summer Schools denkt, klar – der kommt zuerst auf die Willie Clancy Week in Miltown Malby, Co. Clare,  die South Sligo Summer School in Tubbercurry, Co. Sligo, die  Joe Mooney Summer School in Drumshanbo, Co. Leitrim, und vielleicht auch auf die O’Carolan Summer School in Keadue, Co. Roscommon.

Wir kennen sie alle persönlich und jede dieser Summer Schools hat ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter und Charme. Mit ihren Pubs, Sessions und Recitals und beinahe familiärem Lebensgefühl. Belfast ist anders und gleichzeitig auch ähnlich.

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Vom Konzept her ist es sehr vergleichbar: In der Belfast TradFest-Woche gibt es ein breites Unterrichtsangebot für Einsteiger und Fortgeschrittene zu Musikinstrumenten, Gesang und Tanz, vorwiegend am Vormittag, teilweise auch am Nachmittag. Parallel dazu eine Fülle von kulturellen Veranstaltungen mit Vorträgen, Diskussionsrunden, Walks&Talks, Museumsbesuchen, Céilithe, Konzerten. Dazu gehört auch der Auftritt der jeweiligen Unterrichtsgruppe beim gemeinsamen Recital am Ende der Woche.

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Das Studentenwohnheim LIV Student Home an der York Street

Für Summer School Teilnehmer kann der Unterschied bei der Unterbringung besonders interessant sein: Wem ein fertig vorbereitete Frühstücksbüffets im B&B bzw. Hotel und ein großzügig bemessenes Zimmer nicht so wichtig ist, der findet eine vergleichsweise günstige Unterkunft im LIV Student Home. Es ist das Studentenwohnheim an der York Street, direkt gegenüber vom Hauptgebäude der Ulster University, welches in den Sommerferien für TradFest-Teilnehmer reserviert ist.

Und Belfast ist eine Großstadt – in Nordirland – vielfältig im Erscheinungsbild und mit einem an historischen Gebäuden prall gefüllten Stadtzentrum – City Hall, Donegall Square, Royal Avenue, Castle Court und Cornmarket. Aber auf die eigene Art liebenswert.

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Und damit meine ich nicht nur die vielen unterschiedlichen Pubs. The Crown Liquor Saloon, Kelly’s Cellars, Maddens Bar, The Garrick, The Sunflower oder The Watson, um nur mal die zu nennen, die unsere Gruppe dieses Jahr kennengelernt hat.

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Es gibt so viele unterschiedlich Stadtteile mit ihren eigenen Sehenswürdigkeiten – Cathedral Quarter, Titanic Quarter, Linen Quarter, Queen’s Quarter.

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Queen’s University Innenhof

 

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Queen’s University Vorderseite

 

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Botanic Garden direkt neben der Queen’s University

 

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Titanic Museum

 

Sehenswert auch die politisch geprägten Gebiete rund um die Shankill Road – die unionistischen Wohngebiete – und das Gaeltacht Quarter – die republikanischen Wohngebiete rund um die Falls Road. Wir haben dazu eine „Political Conflict Walk and Talk Tour“ gemacht, angeleitet von früheren politischen Aktivisten, die uns jeweils ihre Wahrnehmung der damaligen Unruhen und ihre Meinung dazu anhand der Besichtigung von heute noch vorhandenen tiefen Spuren und Erinnerungsstätten der damaligen Unruhen erzählten.

Das war schon ein Kontrastprogramm gegenüber der ansonsten friedlichen und lebensfrohen, ausgelassenen Stimmung in der Stadt. Aber sehr lohnenswert, um die Menschen in Belfast, deren politische Situation aber auch die Bedeutung des Fleadhs für Belfast und Irland als ganzes besser zu verstehen und einzuordnen.

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Falls Road Murals
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Shankill Road, Unionisten-Gebiet
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Straßentore als Teil der Trennungsmauer/Drahtzäune zwischen unionistischen und republikanischen Wohngebieten, die heute noch abends geschlossen werden

Die meisten der städtischen Sightseeings haben wir zu Fuß erledigen können, das dichte Buslinien-Netz haben wir nur für wenige Ziele genutzt. Belfast ist sehr flach. Kurzum, man sollte Zeit mit nach Belfast bringen. Die hatten wir eigentlich, sogar ganze zwei Wochen.

Aber die erste TradFest Summer School Woche vom 27.-29. Juli war gefüllt mit täglichem Tanzunterricht am Morgen – beim hervorragenden Ronán Eastwood in einer ehemaligen Kirche mit Parkettboden – am Nachmittag mit kurzem innerstädtischen Sightseeing oder Open Air Céilithe, abends alternativ Céilí, Konzertbesuch oder Pub-Session. Nach den ersten Tagen wussten wird dann auch, wo man nach dem Céilí oder Konzertbesuch noch Einlass bekam, um körperlich und geistig bei einem oder mehreren Guiness oder Harp Lager herunterzukommen.

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Ja, dann war da noch die zweite „All-Ireland Fleadh-Woche“ vom 2.-9. August. In der 75jährigen Geschichte der austragenden Organisation, der „Comhaltas Fleadh Cheoil na hÉireann“, war es das erste Mal, dass Belfast zum Austragungsort des „Fleadh“ gewählt wurde.

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Einer von mehreren Public Viewing Screens rund um die City Hall

Was es ist? Das größte Kulturereignis des Jahres in Irland rund um traditionelle irische Musik, Tanz und Gesang. Ein wochenlanges Stadtfest mit dicht gefülltem Kulturprogramm für Besucher, eine Unterrichts- und Wettbewerbswoche für Musiker, Tänzer und Sänger. Wenn man den Vergleich machen will: Das Barden-Treffen in Nürnberg „hoch drei“. Mit der Creme de la Creme der irischen Kultur in wechselnden Rollen – als Lehrer der Unterrichtseinheiten und als vortragende Künstler. Mehrere davon haben wir auch abends entweder in der Lobby unseres LIV Student Home, in einem der Pubs oder als Zuschauer im Publikum wiedergesehen.

Belfast war schon während der TradFest-Woche gut gefüllt. Aber während der Fleadh-Woche wurde die Innenstadt für den Verkehr weiträumig komplett gesperrt. Im weitläufigen Garten des Rathauses, der City Hall, stand die riesengroße „Gig Rig“-Bühne.

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Garten der City Hall mit Gig Rig Bühne

Von Mittags bis Mitternacht war sie die zentrale Plattform für die eingeladenen Künstler, die jeweils für rd. eine Stunde auftraten. Das Besondere – der Eintritt zu diesen „Gig Rig“-Veranstaltungen war frei. Daneben gab es natürlich zahlreiche Konzerte in einer der vielen Venues. Tickets konnte man online buchen, und man musste da wirklich schnell sein. Wir hatten das Glück, u.a. in der Ulster Hall beim Konzert der Kilfenora Ceili Band, Michael Rooneys Suite „Ómós na nUltah“ und in der Mandela Hall bei „Four Men and a Dog“ und „Flook“ dabei sein zu können.

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Und schließlich waren da noch einige lohnenswerte Ausflugsziele außerhalb Belfasts und an der Antrim-Küste. Vieles davon kann man gut mit Bus oder Bahn erreichen; für unseren Ausflug zum Strangford Lough hatten wir einen Mini-Bus gemietet. Das war während der zweiten Woche auch eine wohltuende Abwechslung gegenüber der vor Musik, Gesang und akustischem Stimmenmeer schwirrenden Stadt. Schließlich kamen nicht die erwarteten 800.000 Besucher zum Fleadh, sondern 1,6 Millionen.

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Blick auf Giants Causeway

 

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Die Steinformationen des Giants Causeway

Wie gesagt, Belfast ist anders. Für mich war es im Rückblick ein wirklich sehr schöner und der intensivste Irland-Aufenthalt der letzten 18 Jahre. Tatsächlich ein rauschendes, tief beeindruckendes irisches „Fest“. Insofern hat Belfast dem Namen dieser zweiten Woche alle Ehre gemacht. „Fleadh“ bedeutet auf gälisch nämlich nichts anderes als „Fest“. Nach den Regularien des Veranstalters, findet in der Stadt, die zum Austragsort ausgewählt wurde, im darauf folgenden Jahr erneut wieder der Fleadh statt. Und wenn man mit dem Wetter Glück hat – so wie wir es dieses Jahr hatten – dann genießt man alles umso farben- und lebensfroher.

Belfast Ever seen the rain
Die wettermäßige Begrüßung im Commercial Court …

 

Belfast Seven types of rain
… mit unmittelbar greifbarer räumlicher Lösung in dieser farbenfrohen Gasse

Die Belfast TradFest Summer School findet danach ganz normal wieder rund um die letzte Juli-Woche statt. Die Anmeldung für Tanz-, Musik- und Gesang-Unterricht kann man ganz unkompliziert online erledigen (https://www.belfasttradfest.com/); angemeldete Teilnehmer haben zusätzlich die Möglichkeit, gleich eine Unterkunft zur Selbstversorgung im LIV Student Home mit zu buchen.

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Ganz praktisch – das Studentenwohnheim ist nur wenige Gehminuten von der Ulster University schräg gegenüber entfernt und im Erdgeschoss des LIV-Gebäudes befindet sich ein „Tesco“-Supermarkt; Mittagessen kann man täglich in der Kantine der Ulster University.

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Schräg gegenüber dem LIV das Universitätsgebäude

Hier unsere erste „Belfast-Erfahrung“ zum Nachempfinden:

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